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    2
    26 August 2010

    Selbstwahrnehmung.

    Bahn. 07:40 Uhr. Zeitungslesende Menschen. Eine Handvoll Schulkinder. Station Jungfernstieg. Schweigen in der gefüllten Bahn.

    XY dreht sich auf Bank um. Tippt XX an.
    XX macht die Augen auf, dreht sich um.
    Die Beiden kennen sich.

    XX – “Ey, du Hure!”

    Abteil schaut kurz verwirrt auf. Entdeckt die Trainingshosentragenden. Beide etwa 15 – 16 Jahre alt.

    XY lacht.

    XY – “Ey ich dachte voll, dass mich da wer anmacht, alda. Ich wollte gerade pennen, alter. Und dann tippt mich da was an, ey.
    Wo willst du hin?”
    XY – “Schule”

    XY zupft seine weiße Fallschirmhose zurecht.

    Eine kurze Gesprächspause in der die beiden mit ihrer Existenz mehr als zu tun haben bricht an.

    XY – “Alter, die neue Klasse ist so korrekt. Nur geile Leude da, ey.”

    XX schreibt eine sms.

    XY – “Einer heißt so Schneemann, ey. Den führen wir immer aufs Glatteis. Sooo lustig.”

    XY beginnt unkontrolliert zu kichern. Offensichtlich ziehen vor seinem inneren Auge die diversen lustigen Schneemann-Späße vorbei.

    XX – “Wir haben auch eine, die heißt so Hans-Jürgen mit Nachnamen.”

    XY schaut die Mitfahrenden böse an. Er bemerkt, dass die Lautstärke des Gesprächs wenig Unterstützer findet.

    XX – “Aber meine neue Klasse, ey. Soo übertrieben assi, alter.”

    Ich lache.

    0
    22 August 2010

    Podcast

    Ich möchte auf http://elektrospanier.de/podcast/ hinweisen. Selbsterklärend anhören, abonnieren, mögen.

    10
    07 August 2010

    Behauptung.

    Dinge, an die ich glaube: Wissenschaft.
    Dinge, die ich trank: Die Lightvariante eines recht süßen Getränks.
    Dinge, die ich schmeckte: Eine grotesk bittere Variante des Originalgetränks.
    Dinge, die ich mich fragte: Warum kann die Lightvariante nicht schmecken wie das Original?
    Dinge, die ich annahm: Es ist möglich den Geschmack von Zucker “nachzubauen”. Eben so Süßstofftechnisch. Schön gesund dank Chemie. Yay, Wissenschaft.
    Dinge, die ich dann nach etwas überlegen vermutete: “Oh. Die machen das mit Absicht. Das ist eine psychologische Sache. Leute, die etwas trinken, das nach weniger Zucker schmeckt als das Original, glauben, dass das nichtsüße Getränk gesünder ist. Der Trick ist, dass es anders schmecken muss. Denn das Original ist ja das “böse” Getränk.”
    Dinge, die man mir sagte: “Nein, nein! Die bekommen es einfach nicht hin Zucker in gesund zu bauen.”

    Wer hat Recht?

    3
    05 August 2010

    Bücher für Erwachsene.

    Das erste Buch, das ich mir bewusst kaufte war ein rotes. Auf dem Cover war ein Wüsten-Lager abgebildet. Eins mit Kamelen, zwei Palmen und einer Wasserstelle. Das Bild war gemalt und im nachhinein betrachtet extrem schlecht. Ich war zwischen 7 und 9 als ich das Buch aussuchte. Ich war mit meiner Mutter in der Kinder-Buchhandlung und meine Aufgabe war es mir ein Buch für den anstehenden Urlaub zu suchen. Ich war überzeugt, dass es von höchster Wichtigkeit war ein Buch zu wählen das höchstwahrscheinlich für Erwachsene war. Ich schaute mir die Buch-Cover genau an und schloss alle Bücher mit comichaften Erscheinungen als nichtinfragekommend aus. Auch sollten Tiere eher keine Rolle spielen. Tiere waren Kinderkram.

    Ich wählte also dieses Buch, an dessen Titel ich mich nicht mehr erinnern kann. Es ging um die Tochter von einem hochrangigem Menschen in dieser Karawane. Sie sollte einen Mann heiraten, den sie nicht liebt. Das erfuhr ich jedenfalls aus dem Klappentext. Das Buch las ich nie. Es war vermutlich auch schrecklich. Ich sorgte nur eine Zeit lang recht stolz dafür, dass es gut sichtbar in meinem Zimmer lag.

    2
    18 Juli 2010

    Florida. ‘10

    Bin im Urlaub. Für drei Wochen. Dort:


    Größere Kartenansicht

    Werde morgen eine überspezielle Seite einrichten, auf der ich die Fotos, die per iPhone und Spiegelreflex entstehen, in regelmäßigen Abständen hochladen werde. Das wird so ein bisschen pseudo-artdirected. Mehr geblogge wird es nicht geben, weil ich mit nichts machen im Pool beschäftigt bin.

    9
    22 Juni 2010

    Das iOS4.

    3.0

    Ich mochte das iPhone, weil es es mir half das zu tun, was ich tun wollte. Das machte es sehr gut. Ich hatte einen Homescreen, bei dem ich mich zuhause fühlte. Ich wusste, wo meine Sachen liegen und ich wusste auch, wo die Sachen liegen könnten, von denen ich nicht genau wusste wo sie gerade sind. Ziemlich gut. Das bekamen andere Handys nicht hin. Es gibt da die berühmte Geschichte von dem Nokia Handy, das in zwei verschiedenen Programmen unterschiedliche Uhrzeiten anzeigt. Apple war anders. Damals beim iPhone 1G. Was wurde gemotzt, dass keine 10202121 Spiele vorinstalliert waren und was wurde gezetert, dass dies nicht ging und das fehlte. Wir waren da alle noch sehr nokiamäßig drauf. Apple reagierte richtig und setzte uns vor ein recht reduziertes UI mit den wichtigsten Features. Optionales wurde im Zweifelsfall weggelassen. Das war gut für die Einführung dieses Betriebssystems.

    4.0

    Schnitt und Blick auf iOS4. Wir haben hier einen Homebutton, der 5 (!!!) verschiedene Dinge bewirken kann. Dann gibts da noch Spotlight, das links vom Homescreen sitzt und, bei mir zumindest, in 90% der Fälle aus Versehen aufgerufen wird. Dann haben wir ein Multitasking, das ich nicht verstehe. Manche Apps unterstützen es – andere nicht. Woher soll ich wissen, welche App ich gefahrlos schließen kann? Dann gibts da auch noch den Springboard-Wallpaper. Krasse Scheiße, Hammerfeature. Das Standard-Tropfen-Wallpaper verstößt gegen jede Geringerkontrastschlechtlesbar-Regel und der Schlagschatten der App Namen hilft da auch wenig. Neu sind auch Ordner, die, wenn man genau drüber nachdenkt, schon ein recht großer Schritt sind. Pseudo-Dateisystem. Mich stört, dass sie sich nicht schließen, wenn man eine App öffnet. Das heißt, wenn man nach dem Homebuttonklick aus der App auf das Springboard zurückkehrt, ist der Ordner noch offen. Schon wieder ist man am Homebutton um den Ordner zu schließen. Direkt aus der App doppelt klicken geht nicht, weil sich dann ja die Multitaskingleiste dazwischendrängelt.

    Wie es mir geht.

    Ich habe keine Ahnung, wo sich das, was ich suche befindet. Ich taumle zwischen Homebuttondoppelklicks, versteckten Multitaskingleisten und irgendwelchen Ordnern hin und her und habe keine Ahnung was ich tue. Ich komme da an, wo ich hinwollte, öffne aber auf dem Weg 3 Dialoge und 5 Menüs, die von irgendwo herkommen. Das Gefühl, zu wissen, wo man sich befindet, wie mein “Status” ist, ist gewichen. Jetzt habe ich zwar das Gefühl supervieletolle Dinge tun zu können, aber im Endeffekt ist das nicht das was ich will. Ich will Funktionen, die ich benutzen kann, ohne dafür Einbüßen in meiner Orientierung innerhalb des Systems zu haben. Das iPhone wirkt auf mich nicht so, als wenn es für das iOS4 gemacht wäre. Das iPhone war gut für mich, weil es diesen reduzierten “Workflow” extrem gut unterstütze und verkörperte. Bis OS 3.0. Da fühlte ich mich, bis auf die Spotlightsache, wohl und fähig.

    Man riet mir, mich an die neuen Funktionen zu gewöhnen. “Das lernst du doch”. Klar lerne ich das, aber was ist aus dem iPhone geworden, dass ich meinem 5-jährigen Cousin in die Hand drückte und er wusste, was zu tun ist? Der weiß nicht, dass ein Knopf 5 Funktionen hat. Für ihn ist ein Hardwarebutton nichts anderes als ein Lichtschalter. 1 oder 0. Nicht 1, 2, 3, 4 oder 5. Dass man den User, also mich, ein bisschen wie einen 5-jährigen behandeln muss, damit er sich wohl fühlt, wusste Apple mal.

    Es geht mir nicht darum, dass ich die neuen Features nicht gut finde. Mir kommt die ganze Sache nur halbherzig umgesetzt vor. Das stört mich.

     

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